natalität.

Der Knoten

Wo die Fäden zusammenlaufen

natalität ist ein fortlaufendes Recherche- und Essayprojekt zu einer einzigen, sehr alten Frage: Was ist der Mensch? — gestellt zu einem Zeitpunkt, an dem der Mensch aufhört, sich als Mittelpunkt zu verstehen, und anfängt, sich im Geflecht mit anderen Akteuren neu zu beschreiben. Diese Seite ist der Knoten, an dem die Fäden zusammenlaufen — einer unter vielen, kein Zentrum.

Initium ut esset, creatus est homo.
Damit ein Anfang sei, wurde der Mensch geschaffen.Augustinus, De civitate Dei — zitiert bei Hannah Arendt

Der Name

Der Name stammt von Hannah Arendt. Natalität — die Gebürtlichkeit — ist für sie die Grundbestimmung des Menschen: Weil ständig Neue geboren werden, bleibt die Welt für das Unvorhergesehene offen. Der Mensch ist das Wesen, das anfangen kann. Nicht sein Ende bestimmt ihn, sondern sein Beginn.

Zwei Begriffe

Das Projekt denkt entlang zweier Begriffe, die einander brauchen: Anfänge — mit Arendt gedacht — und Abhängigkeiten — mit Bruno Latour und der Akteur-Netzwerk-Theorie gedacht. Dazu kommen, fortlaufend erweitert, weitere Stimmen — beispielsweise N. Katherine Hayles, Donna Haraway oder Ailton Krenak — und Perspektiven jenseits des Westens. Zum Geflecht gehören ausdrücklich auch nicht-menschliche Akteure — etwa Böden, Mikroben, Wälder oder Algorithmen. Die These in einem Satz: Anfänge schaffen Abhängigkeiten.

Drei Wege

Die Anfänge sind die Essays. Das Gewebe ist die begehbare Karte der Abhängigkeiten. Die Muster sammeln, was wiederkehrt. Alles wächst mit der Zeit ineinander.

Ein Ort für Kunst

Diese Seite versteht sich auch als Ort der Kunst: ein Ort, an dem gemeinfreie Werke eine Bühne bekommen. Bilder sind hier kein Beiwerk, sondern Werkzeug — bewusst gewählt, um Komplexität zu veranschaulichen und sichtbar zu machen, was sich in Worten nur schwer fassen lässt. Welche Werke das im Einzelnen sind, bleibt offen und verändert sich mit den Fragen.

Solche gemeinfreien Werke werden in der Regel genutzt, um der Kunst einen Präsentationsort zu geben — einen Ort, an dem sie gezeigt und neu befragt werden kann. Sie stammen aus offenen Beständen, wie sie viele Institutionen bereitstellen: bereits genutzt sind historische Tafeln über Wikimedia Commons und die Biodiversity Heritage Library; als weitere Beispiele bieten sich das Open-Access-Programm des Cleveland Museum of Art, die Sammlung Online des Kunstmuseum Basel oder das Bildarchiv der ETH-Bibliothek an. Jede Abbildung nennt Urheberin oder Urheber, Titel und Quelle mit Link und behält den Public-Domain-Vermerk bei.

Georges Seurat, Paysage au piquet — sommerliche Wiese mit einzelnem Holzpflock, Bäumen und hellem Himmel
Landschaft von Georges Seurat (französisch, 1859–1891), Öl auf Leinwand.«Paysage au piquet», um 1882 · Kunstmuseum Basel, Sammlung Online · Bilddaten gemeinfrei, via Wikimedia Commons
Vincent van Gogh, Two Poplars in the Alpilles near Saint-Rémy — zwei goldene Pappeln vor blauem, bewegtem Himmel und grünen Hügeln
Landschaft von Vincent van Gogh (niederländisch, 1853–1890), Öl auf Leinwand.«Two Poplars in the Alpilles near Saint-Rémy», 1889 · Cleveland Museum of Art · CC0 (gemeinfrei)

Die Methode

Jeder Anfang trägt seinen Apparat offen: den Text, den die KI schrieb, das Log der Eingriffe — wer was beigetragen hat, wo Überarbeitungen eingefordert wurden, was offen blieb — und Quellen mit Vermerk: verifiziert, teilverifiziert, Trainingswissen oder unverifiziert. So bleibt sichtbar, wie Mensch, KI, Recherche und Quelle hinter jedem Text zusammenwirken — und welchen Status jeder Satz hat.


Bildtafeln werden ausschliesslich frei lizenziert verwendet (Public Domain / Creative Commons) und mit Lizenzangabe ausgewiesen. Zitate sind teils als Paraphrasen gesetzt; ihr Prüfstatus steht bei jedem Anfang unter «Woran dieser Anfang hängt».